Fotodrucker: Canon Selphy

28.12.2017   ·   Fotografie , Hardware

Ob als zufälliger Schnappschuss mit dem Handy oder mit der großen Kamera - Fotos sammeln sich im Familienleben haufenweise an. Damit diese nicht ausschließlich auf Datenträgern und in der Cloud liegen, drucken wir immer mal wieder welche aus. Mal möchte man den Inhalt des Bilderrahmens aktualisieren, mal ein Geschenk um persönliche Erinnerungen ergänzen. Hierfür haben wir nun ein neues Spielzeug: Den Selphy CP1300 von Canon.

Der Selphy ist ein kompakter Thermosublimationsdrucker für Fotos im 10 x 15cm-Format. Die Farben werden also nicht mit Tinte aufs Papier gebracht, sondern durch Erhitzen eines Spezialwachses. Druckkartusche und das Fotopapier kauft man im Paket, Probleme mit im Laufe der Zeit eingetrockneter Tinte gibt es nicht.

Die Farben Gelb, Magenta und Cyan werden in einzelnen Durchläufen auf das Papier gebracht. Das interessante Schauspiel dauert knapp 50 Sekunden.

Anbindung

Fotos müssen im JPEG-Format vorliegen und können auf unterschiedliche Weise an den Drucker übergeben werden: Entweder werden SD-Karten oder USB-Sticks direkt eingesteckt oder das WLAN genutzt. Für letzteres integriert sich der Selphy wahlweise in das bestehende lokale Netzwerk oder baut ein eigenes auf, welches als Direktverbindung beispielsweise mit der App für iOS genutzt werden kann. Das ist sehr praktisch, wenn man mal unterwegs Abzüge erstellen möchte.

Aber auch die gängigen Protokolle AirPrint und PictBridge werden unterstützt, wodurch direkt von beliebigen iOS-Apps oder Kameras gedruckt werden kann.

Als Alternative zu den 10 x 15-Abzügen gibt es auch Papier im Kreditkartenformat sowie Sticker-Bögen in gleicher Größe.

Bedienung

Das im klappbaren 3,2-Zoll-Farbdisplay dargestellte Menü ist brauchbar aber nicht immer logisch. Die interessanten Möglichkeiten des Passbild- oder Collagen-Drucks sind an unterschiedlichen Stellen versteckt: So kann man unter Setup > Druckeinstellungen > Seitenlayout den Ein-, Zwei-, Vier- oder Achtfachdruck auswählen und unter „Weitere Druckoptionen“ den 2x6- sowie den Übersichtsdruck.

Einfache Ausrucke sind aber ohne viele Klicks erledigt. Sind die WLAN-Einstellungen einmal gemacht, braucht der Selphy zukünftig nur noch eingeschaltet werden und wartet auf Bilder vom Smartphone.

Bei Bedarf können auch Änderungen am Bild vorgenommen werden. So lassen sich Farbton und Bildrand anpassen, rote Augen können entfernt und die Haut geglättet werden. Anpassungen, die man jedoch vielleicht besser und kontrollierter mit Lightroom oder einer Handy-App macht. Ausprobiert habe ich hiervon nichts.

Unpraktisch und nicht nachvollziehbar ist, dass der Selphy nicht alle Möglichkeiten, die er für Bilder per SD-Karte bereitstellt, auch für die WLAN-Übertragung anbietet. So kann ich Passbilder und Sticker weder mittels AirPrint noch per App drucken, sondern muss die als RAW auf SD-Karte aufgenommenen Dateien am Rechner bearbeiten, konvertieren und wieder auf die Karte schieben, damit ich Sticker erstellen kann. Das ist doof.

Portabilität

Mit etwa 18cm Breite, 14cm Tiefe und 7cm Höhe ist der Drucker sehr kompakt. Betriebsbereit wächst er auf mindestens 27cm in der Tiefe, da die Papierkassete zuvor eingeklickt wird. Inklusive Verbrauchsmaterial für Postkarten und Akku bringt er dann knapp 1.250g auf die Waage.

Der Akku ist übrigens optional (und separat zu kaufen), erhöht die Mobilität aber deutlich. Er wird direkt am Drucker geladen und reicht für etwa 50 Ausdrucke. Das recht klobige Netzteil kann also auch mal zuhause gelassen werden. Da der Akku nicht eingelegt sondern angehängt wird, vergrößert sich das Gerät leicht.

Bei der Aufstellung des Druckers ist übrigens zu berücksichtigen, dass die Bilder viermal durch den Drucker gezogen und jedes mal nach hinten ein ganzes Stück herausgeschoben werden. Also bitte nicht zu nah an Wand oder Weinglas platzieren.

Bildqualität und Kosten

Die Bildqualität ist wirklich ordentlich und vergleichbar mit den Sofortdruckern, die beispielsweise bei Drogerie-Märkten aufgestellt und kurz vor Weihnachten gut besucht sind. Canon nennt das Laborqualität - so weit würde ich nicht gehen. Im Vergleich mit einem Polaroid muss sich der Selphy-Druck mit seinen 300 dpi und 24 Bit Farbtiefe nicht verstecken. In manchen nicht reproduzierbaren Fällen kann es zu leichten Farbfehlern kommen. Drucke ich das Bild ein zweites Mal, klappt es dann.

Das Fotopapier gibt es stets im Paket mit der passend dimensionierten Druckkartusche. In der Regel sind das 36er-Pakete, bei denen auf den einzelnen Abzug heruntergebrochen Druckkosten von 28 Cent entstehen. Neben den Standardabzügen in 10 x 15 gibt es auch Postkartenvordrucke, kreditkartengroßes Papier (86 x 54mm) mit abgerundeten Ecken sowie Sticker (50 x 50mm und 22 x 17mm). Hier sind die Kosten höher.
Angebote von Fremdherstellern habe ich noch nicht benutzt, preislich sind diese auch nicht verlockender als das Original, welches auf der Rückseite mit dem Canon-Schriftzug versehen ist.

Ein Wechsel von Postkarten- auf Kreditkartengröße ist auch zwischendurch durch Austausch der Papierkassette und der Druckkartusche möglich. Die halbleere Kartusche muss dann nur gut weggepackt werden, denn beim Transport ist sie aufgrund der freiliegenden Trägerfolie recht empfindlich. Hier wäre ein passendes Etui ganz praktisch. Bleibt man nur den kleinen oder nur den großen Ausrucken treu kann die Kartusche einfach im Drucker belassen werden und ist dort sicher aufgehoben.

Fazit

Der Selphy ist ein tolles Spielzeug, mit dem man beispielsweise auf einer Party viel Spaß haben kann. Um die 500 Bilder des letzten Urlaubs auszudrucken bietet er sich natürlich nicht an (= 140 Euro und gut 6 Stunden Druckzeit).

Die Qualität der Fotos und der Hardware ist durchaus überzeugend. Bei der Software gibt es Luft nach oben. Gerade die Beschränkung des Funktionsumfanges je nach Eingangsquelle finde ich mehr als unglücklich und das Menü ist auch nicht das übersichtlichste. Aber welcher Kamera-Hersteller kann schon User Intefaces...

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